Tauchclub TURTLES Baesweiler e. V.

Bericht von Dietmar Stückmann über Calella

 

Am 01. Oktober 2005 bin ich mit meiner Tochter Sabrina zu einem einwöchigen Tauchurlaub an der Costa Brava geflogen.

Ziel war die PN-Basis von James Barclay in Calella de Palafruguell. (www.divecalella.com)

Statt wie früher rund 1400 km über die Autoroute de Soleil zu fahren,

sind wir mit Ryanair vom Regionalflughafen Weeze/Niederrhein zum kaum größeren Flugplatz von Gerona geflogen.

Der Flughafen in Weeze ist ausgesprochen gemütlich, Stress gibt es hier für die Passagiere nicht.

Wie auch, bei rund 5 Flugzeugen, die dort am Tag abgefertigt werden.

Ryanair ist ein Billigflieger, man merkt es schon mal an dem einen oder anderen Detail.

Bei der kurzen Flugzeit von rund 1 ½ Stunden sollte das aber kein Problem sein.

Beim Packen muss man allerdings genau auf das Gewicht achten, alles über 15 kg je Person wird gnadenlos nachberechnet.

 Wir sind mit unserem Tauchgepäck auf Nummer sicher gegangen und haben die Möglichkeit genutzt,

Sportgepäck anzumelden. Das kostet je Flugstrecke 25 Euro pro Gepäckteil,

dafür gibt es aber keine Gewichtsbeschränkung mehr. Es lohnt sich, hier genau nachzurechnen.

Von zu Hause aus hatten wir per Internet einen Leihwagen gebucht, den wir am Flughafen Gerona dann im Empfang nehmen konnten.

Die Verleihfirma gehörte nicht zu den großen Unternehmen wie Hertz und andere.

Deshalb war es nicht ganz leicht, das Büromobil auf dem Parkplatz zu finden.

Das Büro war in einem kleinen Bus untergebracht, die Abwicklung erfolgte durch die geöffnete Schiebetür.

Ich hatte erst Bedenken, ob die Firma auch wirklich seriös ist.

Bei der Übernahme des Leihwagens waren die Bedenken dann aber sofort ausgeräumt.

Das Fahrzeug war in wirklich gutem Zustand, sauber, Beleuchtung und Bremsen funktionierten,

Benzin war im Tank und sogar ein Radio mit CD-Spieler war eingebaut.

Die Fahrt nach Calella de Palafruguell ist problemlos.

Bei der Ankunft wurden wir von Gabi und Uwe erwartet, die schon eine Woche früher angekommen waren.

Die Apartments in der Anlage „Port Pelegri“ können über die Tauchbasis angemietet werden.

Sie präsentierten sich in dem uns schon bekannten Zustand:

schlicht und einfach, mit dem Allernötigsten ausgestattet, aber sauber und reichlich Platz für 4 – 6 Personen.

Sie verfügen über 2 Schlafzimmer und zusätzlich zwei Schlafplätze in der kombinierten Wohn- und Essküche.

Vom Balkon aus hat man den aus Reiseprospekten bekannten „seitlichen Meerblick“.

Direkt gegenüber befindet sich ein Supermarkt, die Preise dort sind allerdings happig.

Alternativ gibt es im Ort günstigere Einkaufsmöglichkeiten, mit dem Auto kann man im nahe gelegenen Palafruguell

sogar in einem Lidl das von zu Hause bekannte Angebot einkaufen.

Calella de Palafruguell ist in der Vor- und Nachsaison ein gemütlicher, kleiner Ort, der sich viel von seinem ursprünglichen Charakter erhalten hat.

Es gibt keine großen Hotelbauten, die den Charme des Ortes zerstören würden.

Im Zentrum gibt es eine Reihe kleiner Shops und Restaurants für jeden Geschmack.

Apropos Restaurants, die Preise waren schon immer hoch, seit meinem letzten Besuch sind sie aber noch einmal deutlich angestiegen.

Die Qualität ist dabei nicht besser geworden.

Sowohl wegen der Restaurantpreise als auch wegen der Geselligkeit wurde meist im Apartment gekocht,

wobei Uwe sich als Meister der Aufläufe entpuppte.

Aber jetzt zum Tauchen:

Uwe hatte mich schon für Sonntag vormittag zu einen Bootstauchgang eingetragen.

So konnte ich sofort nach Erledigung der Anmeldeformalitäten ins Neopren klettern.

 Die Ausfahrt zum Calella-Riff ist kurz, aber schon nachdem das Boot die Bucht verlassen hatte, zeigte sich das Mittelmeer von seiner rauhen Seite.

Hohe Wellen schaukelten das Boot hin und her, und das Aufrödeln der Tauchsachen war nur unter Schwierigkeiten möglich.

 Am Tauchplatz herrschte dann auch starke Strömung.

In der Hoffnung darauf, im Strömungsschatten des Riffs in Ruhe tauchen zu können, ging es sofort ins Wasser und an der Ankerkette nach unten.

Die Hoffnung erwies sich als trügerisch, denn da, wo die Strömung nicht hinkam, packte uns die Dünung,

die bis an die 20-Meter-Marke deutlich zu spüren war.

Es war ein anstrengender Tauchgang, aber wir wurden entschädigt durch einen Schwarm Barrakudas,

der sich direkt am Riff im Freiwasser auf die Jagd gemacht hatte. Sie bewegten sich so elegant und scheinbar mühelos,

dass wir nur bewundernd zusehen konnten.

Viel zu schnell war der Luftvorrat zu Ende und wir mußten zurück aufs Boot.

Auch in den nächsten Tagen herrschte bei jedem Bootstauchgang mehr oder weniger starke Strömung,

die Dünung beruhigte sich aber wieder, so dass die Tauchgänge deutlich entspannter wurden.

Getaucht wird an verschiedenen Tauchplätzen, die Ausfahrten dauern im Schnitt zwischen 10 und 30 Minuten.

Die Tauchplätze sind abwechslungsreich, und zumindest bei ruhiger See auch von Anfängern zu meistern. 

Die Calella-Riffe liegen unmittelbar nebeneinander, bei guten Bedingungen kann sogar von einem zum anderen Riff getaucht werden.

 Am besten hat mir allerdings das Tamariu-Riff gefallen, hier liegen zahlreiche enge Schluchten in der Form einer Hand dicht beieinander. 

Auf dem Schiff wurde es schon mal eng, obwohl bis zu 4 Ausfahrten am Tag statt fanden.

Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, vom Strand vor der Basis aus direkt am Hausriff zu tauchen.

 Das Hausriff besteht aus einer Reihe von Felsen und erstreckt sich bis auf ungefähr 10 Meter Tiefe.

Begrenzt wird es durch einige Seegraswiesen und ist damit ein abwechslungsreicher Tauchspot.

Auch und gerade Anfänger kommen hier auf ihre Kosten und können stressfrei ihre ersten Erfahrungen im Salzwasser machen.

Sabrina hat dann auch am Hausriff erfolgreich die Prüfungen zum DTSA Bronze abgeschlossen.

Die Tauchbasis liegt direkt an einem kleinen Strand, das Schiff fährt zum Ein- und Aussteigen bis ans Ufer.

Die Basis ist sauber und wird ordentlich geführt.

Leider gibt es auch unter Tauchern immer wieder Zeitgenossen, die sich nicht an die allgemein gültige Ordnung halten.

So fand ich meine Ausrüstung, die ich vorher schön in einer Kiste gestapelt hatte, auf dem Boden, die Kiste war verschwunden.

Eine neue Kiste gab es 5 Meter weiter, aber selbst das war meinem unbekannten Übeltäter wohl schon zu mühsam.

Zwischen den Tauchgängen bietet Calella genügend Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben.

Neben dem üblichen Bummel durchs Städtchen lohnt es sich, auch einmal nach rechts weg vom Strand am Wasser entlang zu wandern.

Hier führt ein traumhafter Fußweg immer an der Küste entlang.

Am Weg kann man zunächst eine Reihe von traumhaft gelegenen Ferienhäusern bewundern, schließlich führt der Weg an zahlreichen kleinen,

idyllisch gelegenen Strandbuchten vorbei.

Am Dienstag kam meine Gabi dann mit dem Flieger in Barcelona an und wir haben uns die Stadt angesehen.

Genau genommen haben wir die „Sagrada Familia“ besichtigt, ein unbedingtes Muss bei einem Besuch in dieser lebhaften Stadt.

Bereits jetzt ist die Sagrada Familia ein imposantes Bauwerk.

In den Kellergewölben befindet sich das Gaudi-Museum, und wer hier an den Modellen und Zeichnungen sieht,

wie der Bau einmal nach Fertigstellung aussehen soll, kann sich nur noch wundern.

Das U-Bahnnetz funktioniert wirklich gut und hilft, die teilweise weiten Entfernungen ohne platt gelaufene Füße zu überwinden.

Ein Bummel durch die Altstadt verblüfft immer wieder mit neuen Ansichten.

Eben noch gehst du durch eine bunt gestaltete Einkaufsstraße, beim Abbiegen um die nächste Ecke läufst du durch schmale Gassen,

über die an Leinen zwischen den Häusern die Wäsche aufgehängt ist.

Doch auch gerade diese Gassen lohnen sich, denn immer wieder findet man hier interessante kleine Läden.

Unser Fazit an diesem Tag: Barcelona ist an einem Tag nicht zu schaffen (war aber schon vorher klar), es lohnt sich aber auf jeden Fall,

einen Städtetrip dorthin zu planen.

Die Woche war dann auch viel zu schnell vorbei und wir mußten unsere Sachen zum Rückflug packen.  

Für uns steht fest, Calella de Palafruguell lohnt sich für Taucher und Nichttaucher.

Wir werden bestimmt wieder dorthin fliegen, wahrscheinlich schon im nächsten Jahr.

Und zum Abschluss noch ein paar Eindrücke von Calella de Palafruguell